Das eherne Buch
von Christian von Aster

Das eherne BuchÜberraschend anders als erwartet

Bereits die Leseprobe hat mich sehr neugierig auf die Abenteuer von Jaarn gemacht. Er ist der letzte, rechtmäßige Erbe von Eohn von Stahl, dem amtierenden Kriegsführer des Landes. Sein Vater erwartet von Jaarn die Erfüllung dessen Bestimmung. Jaarn soll das eherne Buch dem Kriegsbringer übergeben und damit das Ende des schon ewig währenden Krieges herbeiführen. Aber das eherne Buch ist kein Buch, sondern ein Schwert, geschmiedet aus Geschichten aus dem ganzen Land. Die Weisheiten dieser Geschichten würden das Ende des Krieges bringen. Bevor Jaarn aber das eherne Buch an den Kriegsbringer übergeben kann, muss er sich auf die Suche nach drei verlorenen Geschichten machen. Denn das Schwert sollte schon einmal seiner Bestimmung zugeführt werden.  Von seiner Herkunft war Jaarn allerdings bisher nichts bekannt und er wird völlig überrumpelt von seiner bevorstehenden Aufgabe. Sein bisheriges, zwar kärgliches Leben, in der Bibliothek endet abrupt. Bevor er sich auf den Weg machen kann wird entführt und gefangen gehalten. Sein gewalttätiger, narbiger Entführer stellt sich als sein einzig wahrer Verbündeter heraus. Mit ihm macht sich Jaarn auf den Weg seine Bestimmung zu erfüllen. Anfanges erscheint Jaarn alles unglaubwürdig, aber die beiden begegnen auf ihrem Weg Verbündeten die für die Erfüllung der Mission bereit sind zu sterben und Jaarn wird die Tragweite seiner Aufgabe bewusst.

Aber auch seine Gegner sind nicht untätig. Mhaw, der General und Beschützer der einzigen Nachkommin des Keilers – Gvenn – setzt Jaarn nach. Er will das eherne Buch, und damit verhindern, dass es dem Kriegsbringer übergeben wird. Das Ende des Krieges bedeutet Verlust von Macht und Reichtum. Der Krieg, und die damit verbundene Unterdrückung des Volkes, erhält die Macht des jeweiligen Kriegsführers. Und damit Jaarn auf diesen Titel keinen rechtmäßigen Anspruch erhebt, will Zadt Mhaw Jaarns Tod.

Mich hat das Cover nicht vom Hocker gerissen, aber die Story dazu hat mich richtig neugierig gemacht. Das Bild finde ich düster, die Verbindung zwischen Buch und Schwert hätte für meinen Geschmack etwas knalliger sein dürfen. Aber ein Schwert darzustellen, dass seine Stärke aus Geschichten zieht, ist ja auch nicht ganz so einfach. Hut ab für den Zeichner, der sich sein Köpfchen darüber zerbrochen hat.

Die Geschichte um das eherne Buch ist nicht einfach nur eine Fantasygeschichte, sie hat eine Moral. Diese schleicht sich im Verlauf des Buches ein, und hat mich am Ende ein wenig ernüchtert dastehen lassen.

Der Schreibstil ist toll! Flüssig, somit ist die Handlung leicht nachzuvollziehen und man kann die teilweise sehr schwierigen Namen verzeihen.  Die Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet und es sind viele. Trotzdem steckt hinter jedem eine tolle Geschichte, die allerdings nicht immer aufgeklärt wird. Mir war Rugk am Anfang eher unsympathisch. Was wahrscheinlich beabsichtigt ist. Im weiteren Verlauf der Geschichte wächst der Charakter und man kann gar nicht erwarten mehr über Rugks Identität zu erfahren. Phasenweise fand ich die Story etwas zu glatt, es gab eigentlich keine Ereignisse, die Rugk nicht erwartet, herbeigeführt, oder für seine Pläne optimal nutzen konnte. Am Ende wusste ich warum. Von Jaarn habe ich anfänglich erwartet, dass er ein Hauptcharakter ist, aber im weiteren Verlauf wurde schnell klar, dass er nur ein weiteres Werkzeug für Rugks Pläne war. Dafür gibt es andere Protagonisten die einem schnell ans Herz wachsen.

Das Buch hat Spaß gemacht. Es war von allem was dabei: Abenteuer, Freundschaft, Liebe, Drama und natürlich Moral.

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