Mogelpackung
Der japanische Liebhaber
von Isabel Allende

Der japanische LiebhaberAlma Belasco macht für Irina auf den ersten Blick den Eindruck einer sehr extravaganten Dame. Zu Ihrem Glück scheint die Dame aber an ihr Gefallen zu finden und stellt Irina als Assistentin ein. Neben ihren Arbeiten für die anderen Bewohner der Seniorenresidenz von Lark House, erledigt Irina für Alma Botengänge. Irina, die als junges Mädchen aus Moldawien in die USA gekommen ist, kann das Geld wirklich gebrauchen. Sie hält sich mit mehreren Jobs über Wasser und lebt in einem „Wohnsilo“ mit dünnen Pappwänden und einer Matratze auf dem Boden.
Alma scheint ein Geheimnis zu haben. Regelmäßig bekommt sie Briefe und Blumen geliefert. Manchmal verschwindet sie ohne Kommentar für ein paar Tage und taucht ohne Erklärung wieder auf. Gemeinsam mit Almas Enkel Seth kommt Irina dem Geheimnis auf die Spur: Alma muss einen Liebhaber haben. 

Für eine Mogelpackung halte ich das Buch deswegen, weil die bewegende, umfangreiche Geschichte für mich im Klappentext nicht absehbar war. Ich dachte an leichte Lektüre, aber weit gefehlt. Als absoluter Allende-Neuling bin ich von deren Schreibstil erstmal total erschlagen worden. Es gibt in dem Buch Sätze, die gut und gerne eine halbe Seite umfassen. Ich bin kein Freund von langen Schachtelsätzen. Ich kann Ihnen nicht folgen. Und wenn ich von vorne anfangen muss macht das keinen Spass. Ich habe aber trotzdem durchgehalten.
Die Liebesgeschichte von Alma und Ichimei dient Allende in diesem Buch als roter Faden um das Leben von Alma Belasco zu erzählen. Als jüdisches Mädchen wurde sie vor Beginn des 2. Weltkriegs von ihren Eltern zu Ihrer Tante Lilian und Ihrem Onkel Isaac Belasco nach San Francisco geschickt. Die Eltern erleiden das Schicksal vieler Juden; Alma wird sie nicht wiedersehen. Die Geschichte der japanischen Einwanderer in den USA, und deren Schicksal während des zweiten Weltkriegs, hat mich genauso bewegt aber auch wütend gemacht wie die tragische Vergangenheit von Irina. Die Protagonisten in diesem Roman müssen sehr viel ertragen. Glückliche Phasen werden leider nur kurz angerissen, bzw. von negativen Erlebnissen sofort wieder überschattet.

Das Werk ist absolut keine leichte Kost, mir verschwammen zum Ende hin die Zeilen wegen der vielen Tränen. Es wird mich noch ein wenig beschäftigen.

Wir werden glücklich geboren. Unterwegs wird unser Leben verschmutzt, aber wir können es reinigen. Glück ist nicht überbordend oder laut wie das Vergnügen oder die Freude, es ist still, ruhig, sanft, es ist ein innerer Zustand der Zufriedenheit, der damit beginnt, dass man sich selbst mag.Isabel Allende

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1 Gedanke zu „Mogelpackung
Der japanische Liebhaber
von Isabel Allende

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